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Ausstellungsansicht  fahrradkörper, 2021, Haus Coburg. Städtische Galerie Delmenhorst, Foto: Jens Weyers

Die Sonderausstellung fahrradkörper widmet sich dem Zweirad als Objekt und Motiv in der zeitgenössischen Kunst. Als Fortbewegungsmittel im Alltag ein unkompliziertes Gefährt, kann das Fahrrad in der Kunst in ungeahnten Zusammenhängen auftauchen. Es schwankt dabei zwischen skurriler Dysfunktionalität und emotionalem Transmitter. 

1913 sorgte eine Fahrradfelge für einen Affront in der Diskussion um den gängigen Kunstbegriff. Marcel Duchamp montierte sie samt Fahrradgabel auf einen weiß lackierten Hocker und brach mit allen Kunstkonventionen. Vorgefundene, industriell erzeugte Gegenstände aus ihrer alltäglichen Verwendung zu lösen und als Skulptur zu betrachten, ist bis heute eine reizvolle künstlerische Praxis. 

Das Velo ist jedoch nicht nur eine optisch attraktive Figur, es ist ein Apparat, der den menschlichen Körper erweitert und im öffentlichen Raum exponiert. In vielerlei Hinsicht ist das Fahrrad ein soziales Objekt und das Fahrradfahren eine Kulturpraxis. In der Gruppenausstellung fahrradkörper am Haus Coburg setzen sich Künstler*innen multimedial mit dem ästhetischen und kinetischen Potential des Zweirads auseinander. In 
Videoarbeiten, Installationen, Fotografien oder Zeichnungen wird das Vehikel als künstlerisches und
politisches Instrument untersucht. 
Die Ausstellung ist eine Einladung, ein vertrautes Fortbewegungsmittel neu zu entdecken.

Mit Werken von:
Julia Baier, Thorsten Brinkmann, Frederik Foert, Rainer Ganahl, Klara Lidén, Olaf Metzel, David Moises,
Janis E. Müller, Kirsten Pieroth, Felix Rombach, Roman Signer, Mirjam Thomann, Julian Wasser, Ina Weber, Elizabeth Wurst, Wolfgang Zach

fahrradkörper ist die erste von drei Ausstellungen, die sich dem vielstimmigen Auftauchen des Velos in der Kunst widmet. Die Städtischen Galerie Bremen und die Kunsthalle Wilhelmshaven werden dieses Programm im kommenden Jahr fortsetzen.

Die Ausstellung wird von der Stiftung Niedersachsen, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der Delmenhorster Firma Wehrhahn und „rund ums rad“ Delmenhorst großzügig unterstützt.

Felix Rombach, Junger Mann zum Mitreisen gesucht, 2010. Kinetische Skulptur, Videostill. © the artist
Elizabeth Wurst, Ride or Die, 2021. Filmstill. © the artist
Klara Lidén, Bodies of Society, 2006, Filmstill © Klara Lidén

kommend

Sammlungspräsentation

 20. November 2021 bis 16. Januar 2022

Von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst: Die Sammlung von Haus Coburg, der Städtischen Galerie in Delmenhorst wird  im neuen Licht präsentiert.

Fritz Stuckenberg, Selbstbildnis, um 1909, Öl auf Leinwand, Sammlung Haus Coburg

vergangen

Sandra Boeschenstein

Besuche von Rändern im Zentrum

17. April bis 25. Juli 2021

Für die Schweizer Künstlerin Sandra Boeschenstein ist die Unmittelbarkeit der Zeichnung das Entscheidend. Das Zeichnen ermöglicht ihr eine nachdrückliche Arbeit an Erkenntnisfragen – die immer wieder neue Untersuchung jenes Momentes, in dem Wahrnehmung und Denken ineinander übergehen.

In der Ausstellung Sandra Boeschenstein. Besuche von Rändern im Zentrum zeigt die in Zürich lebende Künstlerin neueste Arbeiten, die während ihres Fellowships am renommierten Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst zwischen November 2020 und April 2021 entstanden sind. Darüber hinaus hat Sandra Boeschenstein direkt an den Wänden der Galerie gezeichnet, Fäden gespannt und zarte Installationen aufgebaut, mit denen sie den architektonischen Raum selbst in alle Richtungen und vor allem gedanklich erweitert. Sie verwendet Zitronen, Gläser, perspektivische Brüche und immer wieder den Künstlerinnenkörper selbst, um einen Moment zu erfassen, in dem eine manuelle Tätigkeit neue Bilder und Vorstellungen, mitunter neue Erkenntnisse auslöst.

Die Ausstellung und die geplante Publikation werden finanziell vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, vom Freundeskreis Haus Coburg und von der EWE Stiftung unterstützt.

 

RÜCKKEHR VON RÄNDERN IM ZENTRUM. Ein Hörstück

 

Wiebke Rolfs und Tobias Beleke vagabundieren erneut akustisch durch die aktuelle Ausstellung: Angelehnt an Sandras Boeschensteins Zeichnungen und Installationen sind so Geräusche und rhythmische Collagen entstanden.

Ein experimentelles Kunstvermittlungsangebot von Copartikel – der jungen Kunstvermittlungsintiaitve der Städtischen Galerie Delmenhorst

Sandra Boeschenstein, 2020
Sandra Boeschenstein, ohne Titel, aus dem Zyklus: SONNE UND NICHT SONNE, 2020. Bleistift, Ölkreide und Tusche auf Papier. Foto: Eric Tschernow

Kolja Burmester

SERVICE

17. April bis 25. Juli 2021

Der Ausstellungsort wird zum Produktionsort und die Ausstellung wird zum sichtbargemachten Arbeitsprozess: Der Bremer Künstler Kolja Burmester schlägt in der Städtischen Galerie Delmenhorst sein Zelt auf. Mit diesem mobilen Raum macht er die Ausstellung Kolja Burmester. Service zu seinem temporären Atelier. Hier arbeitet er in den kommenden Wochen in der Tradition eines Stadtzeichners und füllt nach und nach die Wände der Remise mit seinen Werken.

Der Service, den Kolja Burmester im Ausstellungstitel ankündigt, besteht in Porträtsitzungen: Für 30 Minuten Arbeitszeit bekommt der Künstler zehn Euro und fertigt in dieser Zeit ein kleinformatiges Porträt an. Die Buntstiftzeichnung ergänzt er durch einen poetisch prägnanten Satz, der die konkret erlebte Situation beschreibt. Es geht also nicht nur um ein Bild, sondern zugleich um die Beobachtung der gemeinsam verbrachten Zeit in der Remise der Galerie.

Mit jeder Porträtsitzung wächst die Ausstellung und die Besucherinnen und Besucher können an dieser Realisierung teilhaben. Solange die Galerie Corona-bedingt geschlossen bleiben muss, arbeitet der Künstler jeden Tag in der Ausstellung. Die Begegnungen verlegt er in den digitalen Raum. Telefonisch können Termine vereinbart werden, um online Porträt zu sitzen. Im Laufe der Ausstellung entsteht ein Künstlerbuch.

Ausstellung und Publikation werden finanziell vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Oldenburgischen Landschaft, der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Volksbank Delmenhorst Schierbrok unterstützt.

Kolja Burmester, 2021. Foto: Franziska von den Driesch
Kolja Burmester, 2021. Foto: Franziska von den Driesch

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