Ausstellungen
















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Jean-François Guiton, Windblind, 2018, 1 Kanal-Klanginstallation, Druckkammerlautsprecher, Windrad, Stative



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Jean-François Guiton,
Nebelkammer, 2018
Ausstellungsansicht Städtische
Galerie Delmenhorst



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Jean-François Guiton, An die Wand, 2014, 1 Kanal-Videoinstallation, Ton, Videoprojektor (Videostill)









































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IC-98, A View from the Other Side (Still), 2011, HD-Animation, 70'00'', Loop, Stereo, Animiert von Markus Lepistö, Musik von Markku Hietaharju.

































Jean-François Guiton
immer wider

24. November bis 13. Januar 2019

Eröffnung: Freitag, 23. November, 20 Uhr
Pressetermin: Donnerstag, 22. November, 11.30 Uhr

-> Flyer zur Ausstellung zum Download/Ansehen (PDF, 97 KB).

-> Veranstaltungen zur Ausstellung


Für die Ausstellung “immer wider” hat Jean-François Guiton (* 1953 in Paris), der als Professor an der HfK Bremen viele Künstlergenerationen geprägt hat, 18 frühere und aktuelle Video-Werke ausgewählt. Jede Arbeit, jede Monitorkonstellation, hat er einem präzisen Konzept folgend in die Coburg‘sche Raumfolge komponiert. Dabei ist die Arbeit „Die Höflinge“ (2003), die sich als monströser inner circle von Monitoren auf Stativen im Wintergarten drängt, ein furioser Auftakt. Jeder Bildschirm zeigt das gleiche hypnotisierende Video eines Roboters, der Bücklinge in Endlosschleife vollführt. Der seltsame Aufmarsch lässt gleichermaßen über die Tücke unserer allgegenwärtigen Technik wie auch über das Verhältnis von Kunst und Betrachter nachdenken.

Die mehrteilige Monitorinstallation „Lichtfall“ (2018) lockt mit ihrer technoiden Soundkomposition in die Räume der Galerie, vorbei an Arbeiten, die mit Titeln wie „Hochgehängt“ (2017), „Windblind“ (2018) oder „Les pas perdus“ (1987) in ihre Bedeutungsdimensionen verweisen. Oft sind es basale menschliche Grundbefindlichkeiten, einfache Handlungen oder Alltagsbeobachtungen die Jean-François Guiton filmisch freistellt und in eine Endlosschleife überführt. Jede einzelne Arbeit regt an, nach der conditio humana, nach den Bedingungen unseres Seins zu fragen, dabei vor allem nach der Zeit als bestimmendem Faktor. Zur Disposition steht unsere allzu einfache Vorstellung von Vorher und Nachher, von Verlauf und Richtung, die letztlich nicht mehr als ein überlebensdienlicher Tranquilizer ist.

Die geloopte Bildwelt von Jean-François Guiton erzeugt eine gedankliche Unruhe, in der es um die Bedeutung unserer subjektiv erlebten und gelebten Zeit geht, um Diffiziles, wie die Unmöglichkeit einer hundertprozentigen Wiederholung oder den Zusammenfall von Zeit und Stillstand. Mit der im Dachgeschoss von Haus Coburg präsentierten Großprojektion „Nebelkammer“ (2018) gipfelt dies in einer eindrucksvollen dystopischen Vision von unserer Welt, die sich gleichermaßen auf medial präsente Katastrophenszenarien wie auf archaische Bilder und Mythen bezieht. Die Ausstellung „Jean-François Guiton. immer wider“ wurde von der Waldemar Koch Stiftung, der Oldenburgischen Landesbank und dem Freundes- und Förderkreis der Hochschule für Künste Bremen unterstützt.

Jean-François Guiton (*1953 in Paris) lebt und arbeitet in Bremen. Er studierte von 1980 bis 1985 an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Fritz Schwegler und Ursula Wevers. Von 1987 bis 1998 lehrte er in den Bereichen Freie Kunst und visuelle Kommunikation an der École supérieure des arts décoratifs (ESAD) in Straßburg. Seit 1998 hat er eine Professur mit dem Schwerpunkt Zeitmedien an der Hochschule für Künste Bremen inne. Jean-François Guiton ist in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, seine Arbeiten finden sich in öffentlichen Sammlungen von Rang.



Wir danken für die großzügige Unterstützung:






IC-98
A View from the Other Side

24. November bis 13. Januar 2019

Eröffnung: Freitag, 23. November, 19 Uhr
Pressetermin: Donnerstag, 22. November, 11.30 Uhr

-> Flyer zur Ausstellung zum Download/Ansehen (PDF, 187 KB).

-> Veranstaltungen zur Ausstellung


„A View from the Other Side“ heißt die zentrale Arbeit, die als Großprojektion in der Remise der Städtischen Galerie Delmenhorst gezeigt wird. Autor der 70-minütigen Animation ist das international bekannte finnische Künstlerduo IC-98, bestehend aus Patrik Söderlund (1974) und Visa Suonpää (1968). „An View from the Other Side“ ist eine faszinierende Gebäudemetamorphose, die von zurückhaltenden Orgelklängen begleitet wird. Protagonist ist ein neoklassisches Gebäude im Zentrum der südfinnischen Stadt Turku. Nach einem verheerenden Brand der Stadt wurde das langgestreckte, von einer Kolonnadenfront geprägte Haus 1836 am Ufer des Aurajoki erbaut. Die spezielle Architektur vor allem aber die bewegte Historie des Hauses waren für IC-98 zündend für ihre eigene, aus unzähligen Schwarz-Weiß-Zeichnungen bestehende Animation. Über eine Stunde lang vermögen sie ihr Publikum zu bannen, mit einem Film, in dem der Mensch seltsam anwesend und abwesend ist. Die Arbeiten von IC-98 relativieren die Bedeutung des Anthropozäns, sie sind politisch wenn auch in einem verzaubernd-mystischen Gewand.

IC-98 ist als Künstlerduo international unterwegs. 2015 vertraten sie Finnland auf der Biennale Venedig. Einzelausstellungen hatten sie u.a. in der Kunsthalle Helsinki (2018), in der Beaconsfield Contemporary Art Gallery, London (2017), in der Röda Sten Konsthall, Göteborg (2016), im Helsinki Art Museum, Finnland (2015), Conde Duque, Madrid (2014) oder im Turku Art Museum (2013). Außerdem werden ihre Arbeiten in diversen Gruppenausstellungen präsentiert und finden Eingang in museale Sammlungen.

Die Ausstellung „IC-98. A View from the Other Side“ wurde vom Finnland Institut in Deutschland und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.

Wir danken für die großzügige Unterstützung:




 














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James Welling, Flower, 2006, Chromogenic print, © James Welling







Vorschau

2019


Der Duft der Bilder. Werke der colección olorVISUAL, Barcelona

2. Februar bis 22. April 2019

Die Ausstellung zeigt eine hochkarätige Sammlung spanischer und internationaler Kunst. Rund 50 Gemälde, Fotografien, Video-Arbeiten, Skulpturen und Installationen u.a. von Miquel Barceló, Joan Brossa, Eduardo Chillida, Christo, Rebecca Horn, Bjarne Melgaard, Duan Michals, Sean Scully, Jessica Stockholder oder Antoni Tàpies werden zu sehen sein. Zusammengetragen hat sie der in Barcelona beheimatete Parfumeur Ernesto Ventós Omedes, der für seine Sammlung seit vierzig Jahren buchstäblich seiner Nase folgt: Betrachtet er Bilder, so lösen sie für ihn starke Erinnerungen an spezielle Düfte aus. Diese subjektive Wahrnehmung stellt der Sammler zur Disposition, in dem er zu jedem seiner Sammlungsstücke eine eigene Essenz entwickelt und mit dem Werk zusammen entleiht. Die Ausstellung ist eine Show, die dem Publikum buchstäblich in die Nase steigt! „Der Duft der Bilder“ entsteht in Kooperation mit den Opelvillen Rüsselsheim. Ein dreisprachiger Katalog erscheint.

 

 

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